Ulrike Heringer Till Runge Kevin Schön

Blitzlicht von Ulrike Heringer, Till Runge und Kevin Schön, 10. März 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht wird die Bevölkerung in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten gar nicht schrumpfen, sondern wachsen. Aber wie das so ist mit der Zukunft, man weiß nicht, was kommen wird, bevor es geschieht. Umso wichtiger ist ein Vorstoß aus München, der jetzt das Problem angehen will, dass es zu wenige bezahlbare Wohnungen in der Innenstadt gibt. Geplant ist, die riesigen Flächen zu nutzen, die bisher Parkplätze sind, etwa vor Discountern wie Aldi. Diese sollen mit Holzhäusern aus Fertigteilen überbaut werden, die schon nach einigen Monaten beziehbar sind. Gerade wenn unklar ist, wie es in Zukunft vorangeht, sind solche schnellen und günstigen Lösungen als Ergänzungen sehr wichtig. Denn die Zukunft kann morgen schon ganz anders aussehen.

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Weniger mutig ist die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Der Stadtrat musste sie dazu zwingen, WLAN im Nahverkehr zumindest zu testen. Klar kostet das Geld, aber zufriedene Fahrgäste sollten auch etwas wert sein. Und wenn das nicht reicht, sollte man zumindest mal darüber nachdenken, ob man die gewonnenen Daten nicht nutzen kann, um damit die eigenen Angebote zu verbessern. Das kann man sich ja etwa bei den Schweizern von der SBB abschauen. Die MVG sperrt sich hingegen vollkommen gegen den Ausbau des WLANs auf den U-Bahngleisen. Der angegebene Grund ist vollkommen absurd: Herumstehende Internetnutzer würden die freizuhaltenden Rettungswege blockieren.

Über 20% des Personentransports im Großraum Kairo wird mittlerweile über Uber abgewickelt. Die Firma gibt es dort erst seit einem Jahr. Beeindruckend.

Im Jahr 2015 wurden weltweit 90,683 Millionen Autos und leichte Nutzfahrzeuge gebaut. Das ist eine Steigerung von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Es sind sehr wenige E-Autos dabei, weswegen die Bundesregierung den Kauf finanziell unterstützen möchte. Die Wirtschaftswoche findet dieses Vorgehen falsch und fordert stattdessen, die »wahren (privaten und sozialen) Kosten der Emissionen durch Kraftstoffen (zu) berechnen und die Umweltsteuer weiter zu erhöhen«. Denn dann kann jeder entscheiden, ob und welches Auto er nutzen mag. Oder ob er lieber das Rad oder den Bus nimmt.

VW dachte, sich mit 100 Millionen Dollar im Stillen mit den Behörden in den USA einigen zu können. Da hat sich wohl jemand gewaltig verschätzt…

Seit einiger Zeit gibt es immer mehr Ideen von verschiedenen Seiten, wie man Berlin verbessern könnte. Heute: Kreuzberg

Wer Ideen für Radschnellwege hat, kann beim Wettbewerb des ADFC Berlin mitmachen.

Fahrradtasche Montreal

Diese Ideen müssen dann nur noch umgesetzt werden. Vielleicht kann Norwegen hier als Beispiel dienen. Dort soll nahezu eine Millarde Dollar in Radschnellwege investiert werden.

In Berlin soll laut SPD ein Sonderprogramm zum Ausbau der Straßenbahnen gestartet werden, das das bisherige Netz pro Jahr um 5 bis 10 Kilometer erweitert. Leider wird es noch einige Zeit dauern, bis damit angefangen werden kann.

Gute Nachricht der Woche
Die schon hohe Lebenserwartung in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren nochmal deutlich erhöht.

Einen schönen Donnerstag wünschen euch die Herausgeber des Urbanist Magazins,
 
Ulrike Heringer, Kevin Schön und Till Runge

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Fahrradtaschen von Zimmer