Digitale Arbeit, analoge Stadt

Oft denken wir darüber nach, warum eigentlich heute, wo doch Raum so leicht zu überwinden ist wie nie zuvor, Städte solch eine Anziehung entwickeln. Statt sich ein günstiges Häuschen auf dem Lande zu kaufen und von dort per Internet im Homeoffice zu arbeiten, ziehen immer mehr Menschen in die Städte – und zwar vor allem diejenigen, deren Arbeit eigentlich ortlos ist. Musiker, Programmierer, Designer…

Aber vielleicht, so kam uns in den Sinn, vielleicht sind es gerade die analogen Qualitäten von Städten, die sie für viele digital Arbeitende anziehend machen.
Während das Digitale durch eindeutige Grenzziehungen und (theoretisch) verlustfreie Reproduzierbarkeit von Informationen gekennzeichnet ist, zeichnet sich das Analoge durch unklare Grenzen, Überlappungen und Mutationen aus. Diese analogen Qualitäten sind ein Nährboden für kulturelle Evolution, die nicht zufällig am schnellsten in Städten verläuft. Kein Wunder also, dass es digital Arbeitende an diese Orte des Analogen zieht.

Till Runge

Till Runge

Till Runge ist Herausgeber des Urbanist Magazins.

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