PARK(ing) Day Berlin 2014. Urbanen Raum gestalten.

19.9.2014, ab 11 Uhr rund um die Linienstraße/Tucholskystraße, Berlin-Mitte

Der PARK(ing) DAY ist ein eintägiges globales Experiment, das in Berlin am 19. September 2014 rund um die Linienstraße/Tucholskystraße in Berlin-Mitte stattfindet. Parkplätze werden für ein paar Stunden in Parks, Bühnen und städtische Möglichkeitsräume umgestaltet. Damit feiert der PARK(ing) DAY das versteckte Potential des urbanen (Park-)Raums.
Rund um die Ecke Linienstraße/Tucholskystraße befindet sich ein belebtes Quartier. Das öffentliche Leben wird jedoch von Unmengen parkender PKWs an den Straßenrand gedrängt. Zwar ist die Linienstraße eine Fahrradstraße, doch das Bild und die Nutzung der Straße bestimmt trotzdem vorrangig der ruhende, automobile Verkehr. Das macht nicht nur das Radfahren unangenehm, denn es bleibt nicht viel Platz zwischen sich öffnenden Fahrzeugtüren und überholenden Taxis, es macht auch eine vielfältige Nutzung des öffentlichen Raums unmöglich.

Warum machen wir mit?
In der Stadt sind Konflikte um den Raum allgegenwärtig. Wo man sich auf dem Land einfach räumlich aus dem Weg gehen (oder fahren) kann, ist dort schließlich genug Platz für alle da, muss in der Stadt der begrenzte Raum verhandelt werden. Dies stellt einen der großen Unterschiede zwischen Stadt- und Landleben dar. Selten wird thematisiert, dass parkende Autos in der Stadt Raum wie selbstverständlich nutzen. Raum, der auch anders genutzt werden könnte. Stadtraum ist knapp und umstritten, nicht jeder besitzt überhaupt ein Auto, in Berlin nur etwa die Hälfte aller Haushalte. Wer kein Auto besitzt, hat aber nicht das selbe Recht auf den Platz, der für parkende Autos vorbehalten wird. Warum eigentlich nicht? Es gibt doch kein Menschenrecht auf einen Parkplatz!

Nun spielt der PARK(ing) Day natürlich mit den Worten »Parkplätze zu Parks«. Uns ist bewusst, dass es in Berlin verhältnismäßig viele Grünflächen gibt. Doch unser Anliegen ist etwas anderes. Uns geht es darum, die einseitige Festlegung auf eine einzige Art der Nutzung (das Parken von Autos) zu hinterfragen. Solche Monokulturen widersprechen dem, was für uns Urbanität so spannend macht: verschiedene Nutzungsarten auf engem Raum vereint, die sich teils widersprechen, teils ergänzen. Aushandlungsprozesse. Begegnungen. Kreative Umnutzung. Parkplätze sind das Gegenteil: hochdeterminiert und spezialisiert lassen sie andere Nutzungen als lächerlich erscheinen. Ihr Design sorgt dafür, dass hier kaum andere Nutzungsarten in Erwägung gezogen werden. Hier gilt die normative Kraft des Faktischen: Ich habe ein Auto, der Raum sieht aus wie ein Parkplatz, also kann ich mit meinem Auto aus dem städtischen Raum einen Parkplatz machen, andere Nutzungen verhindern. Dies hat sich historisch entwickelt, ist aber deshalb lange nicht die einzige Möglichkeit der Nutzung.

Der PARK(ing) Day soll dazu anstoßen, für Parkplätze andere, durchaus auch temporäre, Verwendungsmöglichkeiten ins Bewusstsein zu rufen. Uns ist vollkommen bewusst, dass es nicht das Ziel sein kann, 365 Tage im Jahr kleine Parks aus Parkplätzen zu machen. Auch wissen wir, dass eine Stadt nicht nur aus Erholungsorten bestehen sollte. Was wären mögliche Alternativen? New York und Bonn zeigen beispielhaft auf, was anstelle parkender Autos mit Parkraum in Städten geschehen könnte.

www.parking-day-berlin.de
Oder auf Facebook.
www.parkingday.org
Impressionen des PARK(ing) Day 2013 in Berlin findet ihr hier.
Foto: Andrea Grützer / Alle Rechte vorbehalten.

Redaktion

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